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Die Geschichte des Kulturhauses Böhlen
Wie alles begann....
Viele Böhlener werden sich noch daran erinnern, als durch den damaligen Generaldirektor A. Mochow der Vorschlag gemacht wurde, ein Kulturhaus für die Werktätigen der Böhlener Werke zu bauen. Wohnungen zu bauen sind wichtiger als ein Kulturhaus, war die Meinung der meisten Bürger. Doch der Direktor ging von seinem Vorhaben nicht ab und so erfolgte im Frühjahr 1950 die Grundsteinlegung. Zu dieser Zeit gab es bereits ein Unterhaltungsorchester sowie Theater und Tanzgruppen, die ihre Auftritte im Benzinwerksaal und im Saal des Gasthof Friede hatten. Der Bau ging schnell voran, so dass bereits im Fruhjahr 1952 im linken und rechten Flügel des Hauses der Kulturbetrieb begann. Volkskunstgruppen und Zirkel entstanden, im kleinen Saal gab es Konzerte mit Studenten der Musikhochschule Leipzig, sehr oft mit Prof Stiebler. Mit der Eröffnung des großen Saales und des Mittelteiles im Oktober 1952 begann eine Vielfalt von großen Veranstaltungen, die sich weiterhin fortsetzte durch eine umfangreiche personelle Besetzung mit dem Ziel, für alle Schichten der Bevölkerung vielseitige Formen von Veranstaltungen zu organisieren sowie weitere Möglichkeiten für eine künstlerische Tätigkeit zu schaffen. Die heute noch vorhandenen Kulturhausangebote belegen, dass der Kulturpalast sich sehr schnell zu einem kulturellen Zentrum nicht nur für die Böhlener Werktätigen, sondern für ein breites Umfeld entwickelte und die Entscheidung, ein Kulturhaus zu bauen, richtig war und sich bestätigte. Eine breite Palette von Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene enthielt das Programm. Aus dem In- und Ausland gastierten namhafte Ensemble. Um nur einige Beispiele Künstler wie Igor Oistrach, Annerose Schmidt, Günter Grabbert, Manfred Krug und Bogna Sogorska waren nicht nur einmal Gäste. Einige Fernsehsendungen wurden aus dem Kulturpalast gesendet, auch 12 Sendungen der beliebten Reihe "Herzklopfen kostenlos". Dazu kommen 5 Theateranrechte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Als ständige Theater gastierten die Leipzig Bühnen, die Landesbühnen Sachsen, Altenburg, Zeitz und Wittenberg. Auch die Vortragstätigkeit mit naturwissenschaftlichen und medizinischen Themen, über Wohnkultur, Rechtsfragen war ein fester Bestandteil. Besonderes Augenmerk wurde auf die Vermittlung von Kunst gelegt. Neben dem bestehenden Literatur- und Musikzirkel gab es Vorträge über das Schaffen von Beethoven, Bach über Max Schwimmer, Lea Grundig, Käthe Kollwitz u. a. Der sogenannte kleine und große Busverkehr brachte die Besucher aus Elstertrebnitz, Pegau, Groitzsch, Zwenkau, Cröbern und Rötha in den Kulturpalast. Ca. 40 Volkskunstgruppen und Zirkel boten viele Möglichkeiten für eine künstlerische Betätigung. Bei einigen wurde das Hobby zum Beruf. Über 200 Kinder und Jugendliche erhielten eine Ausbildung in Blas- und Streichinstrumenten, Klavier und Akkordeon. Bis zu 30 000 Besucher nutzten monatlich den Kulturpalast. Besondere Höhepunkte waren z. B. die Gesamtdeutschen Kulturfesttage, Staatsakte zum Tag des Bergmanns und zum Tag des Chemiearbeiters, auch die Verabschiedung der Friedensfahrer. Später, etwa in den 70er Jahren änderte sich der Trend der Veranstaltungen in der Form, dass weniger Großveranstaltungen durchgeführt wurden und der Schwerpunkt auf Klubveranstaltungen gelegt wurde, z.B. für Brigaden, Frauen, Jugendliche und Familien. Das hing zum einen mit der Zunahme der Fernsehgeräte in den eigenen Wohnungen zusammen, aber auch mit Sparmaßnahmen des Zubringerverkehrs mit den Bussen. Für die vielseitige und mit hoher Qualität geleistete Arbeit konnte das Kollektiv des Kulturpalastes mehrfach ausgezeichnet werden. Eine Gold-, 5 Silber- und eine Bronzemedaille erhielten Volkskunstgruppen bei den Arbeiterfestspielen. Auch nach der Wende gab es keinen Stillstand in der Kulturarbeit in Böhlen. 150 Volkskünstler haben durch ihre Programme und Ausstellungen vielen Bürgern Freude bereitet. Veranstaltungen unterschiedliches Genres ziehen nicht nur die Bürger unserer Stadt an, sondern sie kommen aus dem gesamten Südraum. Und so können wir froh sein, dass der Kulturpalast gebaut und seit gut 50 Jahre zum geistig-kulturellen Zentrum wurde. |
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